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A. I. Pawlow
1936
Art Deco
Улица Бешагач, 18, Ташкент
Residential Building
Im September 1935 wurde in Besch-Agatsch das erste Haus fuer Spezialisten in Taschkent fertiggestellt: vier Etagen, Drei- und Vierzimmerwohnungen mit Kuechen, Baedern und fliessend Wasser. Siebzehn Wohnungen wurden an Familien von Wissenschaftlern vergeben, sechsundzwanzig an Ingenieure und fuenf an militaerische Spezialisten. Der Stadtrat versprach Rohre, Elektroarmaturen und weisse Farbe, damit die Menschen zum Jahrestag des Oktober einziehen konnten. Der Rohbau stand zu dieser Zeit bereits, hatte aber noch keine Fassade. Die Anforderungen an das architektonische Erscheinungsbild von Gebaeuden, so schrieb man damals, seien "stark gestiegen", und die Bauverwaltung beauftragte den Architekten A. I. Pawlow mit dem Entwurf der Gestaltung fuer den bereits fertigen Korpus. Pawlow schuf ein Haus, wie es danach in Taschkent kaum noch gebaut wurde. Sechs Treppenhaeuser ragen an der Suedfassade als Erker hervor, die vom Erdgeschoss bis nach oben mit quadratischen Fenstern verglast sind, und das Haus selbst stuft sich in sechs Absenken dem Gelaende folgend nach unten. Auf dem Putz ist ein quadratisches Ornament eingezeichnet. Am oestlichen Giebel befand sich eine geschwungene Inschrift "Dom ITR", das heisst Haus der Ingenieur- und Technikfachleute, sowie ein Getreideährenkranz mit einem Stern, einer Schaufel und einer Axt. Die Inschrift und der Kranz sind nicht erhalten geblieben. Zwei Jahre spaeter baute Pawlow daneben einen Zwilling, das zweite Haus der Spezialisten, von gleicher Groesse und mit denselben sechs Eingängen, aber praechtiger: mit Säulen, Boegen und Loggien. Architekturhistoriker betrachten beide Haeuser als die einzig bekannten Art-déco-Beispiele in Taschkent.
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Im November 1936 traf in der Redaktion ein Brief ein: "Das einzige Haus der Spezialisten in Taschkent ist bereits von Bewohnern bezogen, aber... es ist nicht fertiggestellt." Bereits im Juli hatten die Bewohner gewarnt, dass die Heizung nicht bereit sei. Bauleiter Chaldeew versprach, dass bald alles in Ordnung sein werde, man müsse nur den Kohleschuppen aus Lehmziegeln bauen. Bis November wurde für den Schuppen kaum das Fundament gelegt, und Kohle wurde auch keine gebracht. Die Kälte brach an. Abends saßen die Familien in den Küchen an den Herden. Die verdiente Künstlerin Sarra Ischanturajewa erkältete sich schwer und verlor ihre Stimme, die Kinder wurden krank. Die Heizkörper, wo sie installiert waren, leckten und ruinierten die Wände. Die Bewohner waren bereit, auf eigene Kosten Öfen zu bauen, aber der Bauleiter verbot es. Die Verkabelung bezahlten die Bewohner selbst. Das Wissenschaftskomitee hatte schon im März fünfünfzig [sic] bzw. fünfhundert Rubel für eine Wohnung bezahlt, die Universität gab tausend, das Medizinische Institut kaufte alles vom Zähler bis zu den Schrauben. Strom wurde in drei Monaten in eine Wohnung verlegt und nicht eingeschaltet. Der Künstler Tatewosjan zahlte tausend Rubel und wartete vergeblich auf Strom. "Bald wird es Strom geben", antwortete man den Bewohnern sieben bis acht Monate lang. Oberlichter sind nicht eingehängt, statt Glas gibt es Zeitungspapier, Parkett "springt", in Wänden und Böden gibt es durchgehende Löcher. Und Chaldeew selbst wurde vom Stadtrat mit einer renovierten Wohnung im selben Haus ausgezeichnet. Unter dem Brief stehen achtzehn Unterschriften: Professoren, Ärzte, Volkskünstler Abrar Chidajatow, Doktor der Archäologie M. Masson, verdienter Künstler Usta Alim, Volkskünstler Uigur. Heute hängen am östlichen Giebel des Hauses Gedenktafeln für die Menschen, die hier lebten.
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