Intourist Kultur- und Informationszentrum (Republikanisches Haus des Tourismus)
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Tashkent, Uzbekistan

Intourist Kultur- und Informationszentrum (Republikanisches Haus des Tourismus)

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About the Object

Architect

W. Narubanski (Chefarchitekt des Projekts), A. Kuropatko; Chefingenieur D. Taschpulatow (TaschZNIIEP)

Year Built

1986

Architectural Style

Modernism

Address

Улица Истиклол, 47, Ташкент (сквер Амира Темура, за гостиницей «Узбекистан»)

Object Type

Public Building

Gallery (1)

Pavel Kos
Pavel Kos
9/15/2026🇷🇺 RU
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Ein Gebäude für den ideologischen Kampf

Über den Zweck dieses Gebäudes muss man nicht lange nachdenken: 1987 erklärte es eine republikanische Architekturzeitschrift ganz direkt, ohne Umschweife. Die Notwendigkeit der Schaffung solcher Objekte, so schreibt der Autor der Analyse, sei vor allem durch den anhaltenden ideologischen Kampf zwischen zwei Gesellschaftssystemen diktiert worden. Es folgt eine typische Geschichte. Die ersten derartigen Zentren wurden überwiegend unter US-Flagge errichtet - auf dem amerikanischen Kontinent, im Nahen Osten und in Afrika -, mit dem Ziel, ihre Lebensweise zu propagieren. Wenn das so ist, brauchte auch die Sowjetunion eigene Kultur-, Bildungs- und Informationszentren, auch im Ausland: um den Informationshunger zu stillen, den die Massenmedien der kapitalistischen Länder nach Ansicht des Autors keineswegs zu befriedigen gedenken. Weiter stellt sich heraus, dass es sinnvoll war, solche Zentren auch im eigenen Land zu bauen. Zum Zeitpunkt der Eröffnung des Zentrums in Taschkent waren sie bereits in Moskau und Kiew in Betrieb. Die Zeitschrift definiert das Haus des Tourismus selbst als Informations-, Propaganda-, Kultur- und Bildungszentrum von republikanischer Bedeutung, das auf ausländische Touristen ausgerichtet ist, die nach Usbekistan kommen. Daraus erwuchs auch das Programm. Erstens ein recht geräumiger Zuschauerraum mit einem technischen Komplex, der sowohl Theateraufführungen als auch Konferenzen und Symposia von internationaler Bedeutung sowie Filmvorführungen ermöglicht. Dann das Foyer, das ausdrücklich als Zone für die freie Kommunikation von Touristenesellschaften bezeichnet wird. Bars, Cafés, Buffets, Konferenzräume. Sowie Verwaltungs- und Betriebsräume. Die Logik ist einfach und ehrlich formuliert: Der Tourist kommt für kurze Zeit, das bedeutet, die kultur- und informationsbezogene Komponente muss ihm schnell und sofort vermittelt werden. Das Zentrum wurde 1986 eröffnet - zu einer Zeit, in der öffentliche Gebäude in Taschkent spürbar weniger gebaut wurden als zuvor, und deshalb, so bemerkt die Zeitschrift, reagierte die Architekturgemeinschaft umso aufmerksamer auf solche Neubauten. Boris Chuchowitsch, der dieses Gebäude in seinem Buch analysierte, fügt dieser Geschichte eine Wendung hinzu, die in der Zeitschrift nicht steht: Das Zentrum, das zur Propaganda der sowjetischen Lebensweise unter Ausländern konzipiert war, wurde schließlich zu einem Ort der informellen Kommunikation der Taschkenter selbst. Dies ist seine Beobachtung, und wir können sie anhand gedruckter Quellen nicht überprüfen, aber sie erklärt, warum man sich an das Gebäude erinnert.

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Pavel Kos
Pavel Kos
9/15/2026🇷🇺 RU
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Für einen solchen Boden sollten sich die Bauarbeiter schämen

Die Ausgabe der Zeitschrift, die dieses Gebäude analysierte, beginnt mit einer Entschuldigung. Bei dem Versuch, die Arbeit der kreativen Kollegen kritisch zu durchdringen, schreibt der Autor, sei eine objektive Analyse nicht möglich: Es sei unklar, wo die Position der Autoren endet und der nicht immer gute Wille des Bauherrn beginnt, die -Hand- der Bauherren und sogenannte objektive Gründe wie Fristen und Geld. Es bleibt die Zeit zu träumen, in der alles, was wir am Objekt sehen, ausschließlich dem kreativen Weltbild der Autoren zugeschrieben werden kann. Bis dahin - und es folgen zwei Artikel hintereinander, in denen sich niemand an diese Regel hält. Zuerst dazu, was gebaut wurde. Das Volumen des Zuschauerraums und der Innenhof sind in rotem Verblendziegel ausgeführt, und das Mauerwerk ist im Gegenrelief verlegt - so, dass das Hell-Dunkel die Struktur der Kufi-Schrift imitiert. Laut Autor führt dies den Touristen unfehlbar zu Assoziationen, die mit dem Osten verbunden sind. Der Innenhof mit einem achtzehn mal vierundzwanzig Meter großen Wasserbecken ist mit grauen Betonplatten gepflastert, die Wände bestehen aus denselben roten Ziegeln und -Waschputz-. Der Hof geht in das Foyer des Zuschauerraums über, das fast fünfhundert Quadratmeter groß und gleichzeitig als Ausstellungsraum konzipiert ist. Der kompositorische Kern des Foyers ist die Treppe in den zweiten Stock, unterstrichen durch einen -Stalaktiten--Leuchter von über drei Metern Höhe. Der Saal selbst ist im Grundriss oval, universell, für sechshundert Plätze. Und nun das, weshalb es sich lohnt, diese beiden Artikel ganz zu lesen. -Ins Auge fällt die Fülle des sogenannten architektonischen Mangels- - finnische Spanndecken, Möbel aus der BRD, finnische Möbel, von denen, so schreibt der Autor, die Architektenbruderschaft kaum zu träumen wagte. Und sogleich, nachdem er Ärger und Neid gestillt hatte, bemerkt er, dass mit diesem Mangel unwürdig umgegangen wurde: Die Sessel des Zuschauerraums erwiesen sich als gestreift, die Montage weist ärgerliche Fugen auf. In Klammern steht ein vernichtendes -(sind sie das?)- - ein Zweifel daran, dass die Autoren dafür verantwortlich sind. Über den zweiten Stock wird direkt gesprochen. Das Niveau des Interieurs wird durch den Boden verdorben, der aus ausgebrannten -Blättern- zweifelhafter Qualität mit unsauberen Fugen ausgeführt ist - buchstäblich so, als ob jemand mit der Faust auf den Boden geschlagen und gesagt hätte: Genug gute Materialien. Und weiter die Nachnamen: Für einen solchen Boden sollten sich die Bauarbeiter schämen - Bau-Trust Nr. 53, Leiter Genosse Ikramow, Bauverwaltung Nr. 2, Leiter Salichow -, nicht nur vor der staatlichen Abnahme, sondern vor jedem Besucher. Der zweite Autor spricht im Einschub -Eine andere Meinung- milder, aber über dasselbe. Der Boden des Erdgeschosses war von den Autoren aus poliertem dunkelrotem Granit und Marmor mit einem schlichten geometrischen Muster gedacht, aber die Ausführung der Verarbeiter lässt zu wünschen übrig: Solche -Autogramme- von ihnen sind hier und da hinterlassen worden. Dunkles Linoleum im Saal mit Betriebsstreifen. Unsaubere helle Zementfußleisten bei dunklen Böden. Der -Waschputz- im Interieur wird als unkünstlerische, moralisch veraltete Methode bezeichnet, besonders für so representative Gebäude. Auch das Lob ist konkret. Der Zuschauerraum ist nach Ansicht des zweiten Autors feiner und geschlossener gelöst als das Foyer: der weiße Ziegel der Seitenwände mit einem eigentümlichen voluminösen Muster, der über den gesamten Umfang verlaufende Kragträger des Bühnenportals, Türgriffe, Leuchten - alles zusammen fügt sich zu einem geschlossenen Werk. Und separat - der Leuchter an der Treppe, der nicht nur als kompositorisches Zentrum, sondern als Kunstwerk bezeichnet wird. Erbaut wurde der Komplex vom Bautrust Nr. 3 von Glavtashkentstroy, das Projekt wurde vom Forschungsinstitut TaschZNIIEP entwickelt. Der Chefarchitekt des Projekts ist Wladimir Narubansky.

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