Chorsu Bazaar
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Tashkent, Uzbekistan

Chorsu Bazaar

Всемирное наследие ЮНЕСКО
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About the Object

Architect

Vladimir Azimov, Sabir Adylov

Year Built

1990

Architectural Style

Modernism

Address

Sakichmon Street, Shaykhantahur District, Tashkent, 100000, Uzbekistan

Object Type

Public Building

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Pavel Kos
Pavel Kos
2/22/2026🇷🇺 RU
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Chorsu-Basar

Wir befinden uns in einer der ältesten Handelszentren Zentralasiens. An diesem Ort wird seit über tausend Jahren Handel betrieben. Der Name „Chorsu“ bedeutet „vier Wasser“ oder „vier Ströme“. Dieser Toponym weist auf die Funktion des Ortes hin: Der Markt entstand an der Kreuzung von vier historischen Vierteln (Dachas) von Taschkent – Sebzar, Scheichantaur, Kuktscha und Beschagatsch. Geografisch entstand der Markt in einer natürlichen Senke. Hier trafen sich nicht nur Straßen, sondern auch Wasseradern. Diese Lage hatte einen praktischen Sinn: Im Sommer war es in der bewässerten Senke kühler, und im Winter schützten die umliegenden Hügel die Marktstände vor dem Wind. Vor den großflächigen Rekonstruktionen des 20. Jahrhunderts stellte der Markt eine komplexe städtebauliche Struktur dar. Der zentrale unbefestigte Platz wurde „Registan“ („sandiger Ort“) genannt, in Analogie zum Hauptplatz von Samarkand. Um ihn herum befand sich ein Labyrinth aus etwa 10 Marktplätzen und 40 Handels- und Handwerksreihen, genannt „Rasta“. Der Handel erfolgte nach strengen Organisationsregeln. Jede Ware hatte ihre eigene Zone: Miskarlik – die Reihe der Kupferschmiede, wo Geschirr hergestellt wurde. Kassab – die Fleischreihen. Chapan-Basar – die Verkaufszone für Kleidung und Roben. Un-Basar – die Mehlreihe. Sie wurde speziell auf einer Anhöhe platziert, um die Ware vor der Feuchtigkeit der Senke zu schützen. Es gab sogar separate Reihen für Plov-Zutaten, wo ausschließlich Reis, Karotten und Zwiebeln verkauft wurden. Viele Straßen waren überdacht – die sogenannten „Tims“. Sie wurden oben mit Schilfmatten oder Holzbohlen bedeckt, um Schatten zu spenden und die Käufer vor der Sonne zu schützen. Chorsu war ein internationaler Knotenpunkt an der Großen Seidenstraße. Um die Einzelhandelsreihen herum befand sich eine Großhandelszone – mehr als anderthalb Dutzend Karawansereien. Dies waren Gasthöfe mit Lagern, die eine klare Spezialisierung hatten: In einigen übernachteten Kaufleute aus Indien, die Musselin, Farbstoffe und Edelsteine handelten. Andere empfingen Karawanen aus China (Seide, Tee, Porzellan). Wieder andere arbeiteten mit Kaufleuten aus Russland (Orenburg, Sibirien) zusammen, die Metall und Industriewaren lieferten. Die Logistik jener Zeit basierte auf Pferdefuhrwerken. Es ist bekannt, dass jährlich Karawanen von bis zu 15.000 Kamelen lokale Stoffe und Trockenfrüchte von hier exportierten. Das Aussehen des Marktes änderte sich mit der politischen Landkarte. In den Jahren 1886–1887 führte die Kolonialverwaltung die erste Sanierung durch: chaotische Gassen wurden begradigt und verbreitert, das Gebiet wurde mit Kopfsteinpflaster gepflastert und Petroleumbeleuchtung installiert. In der Sowjetzeit, in den 1920er Jahren, wurde der Markt in „Oktyabrsky“ umbenannt. In der Ära der NEP und Kollektivierung wurden die Karawansereien nationalisiert und in Lagerhäuser umgewandelt. In den 1930er Jahren drohte dem Markt die Zerstörung. Es gab einen Generalplan für den vollständigen Abriss des Basars, der als „Brutstätte des bürgerlichen Elements“ galt. An seiner Stelle sollten ein Park und kulturelle Einrichtungen gebaut werden. Dieses Projekt wurde jedoch nicht realisiert. In den 1950er Jahren fand die erste sowjetische Rekonstruktion statt: verfallene Slums (Kalaikhona-Massiv) wurden abgerissen und Eingangstore mit Bögen gebaut. Der Markt überstand die Zeiten und behielt seine Funktion als wichtigster Handelsknotenpunkt. Sein heutiges, weltweit bekanntes Aussehen erhielt er jedoch erst in den 1980er Jahren, als über dem alten Handelsplatz eine riesige Kuppel errichtet wurde. Betrachten wir diese Ingenieurkonstruktion genauer. Der Bau der riesigen Kuppeln, die Sie vor sich sehen, war der Höhepunkt der Ära des Taschkenter Modernismus. Die Planung des neuen Komplexes begann 1980, der Bau startete 1983. Die Hauptarbeiten zur Errichtung der Hauptkuppel wurden bis 1990 abgeschlossen. Der Hauptarchitekt des Projekts war Wladimir Asimow (Institut Taschgiprogor) unter Beteiligung des Bildhauers Sabir Adylow. Sie standen vor der Aufgabe, die chaotische Bebauung des alten Basars durch ein geordnetes System von Pavillons aus langlebigen Materialien – Beton und Metall – zu ersetzen. Aus technischer Sicht ist der Hauptpavillon eine monumentale, stützenfreie Schale. Die Stahlbetonkonstruktion „schwebt“ förmlich über der Verkaufshalle, ohne interne Säulen, was maximale Geräumigkeit gewährleistet. Im Inneren befindet sich ein Zwischengeschoss – eine Galerie im zweiten Stock, die die Verkaufsfläche vergrößert. Ein wichtiges Detail ist das natürliche Belüftungssystem, genannt „Shipang“. Erhitzte Luft steigt nach oben und entweicht durch Öffnungen in der zentralen Laterne. Dies erzeugt einen natürlichen Zug und ermöglicht es, das Innere auch bei Sommerhitze ohne den Einsatz leistungsstarker Klimaanlagen kühl zu halten. Um den zentralen Giganten herum befindet sich eine Reihe kleinerer Kuppeln, die durch Übergänge verbunden sind. Diese Struktur verweist auf die traditionellen Handelskuppeln von Buchara („Tok“). Die äußere Gestaltung des Gebäudes spiegelt die Ästhetik der 1980er Jahre wider, als der Dekor in die Architektur zurückkehrte. Die gesamte Betonoberfläche ist mit blauer Majolika mit traditionellem Ornament – „Arabesken“ – bedeckt. Optisch erinnert die Kuppel an eine umgedrehte usbekische Pialaschale mit „Pakhta“-Bemalung oder ein vergrößertes Fragment der Dekoration einer mittelalterlichen Madrasa. So versuchten die Autoren, die moderne Stahlbetonkonstruktion in den historischen Kontext der Altstadt einzufügen.

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