Filmtheater „Panoramic“
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Tashkent, Uzbekistan

Filmtheater „Panoramic“

Всемирное наследие ЮНЕСКО
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About the Object

Architect

Vladimir Berezin, Yuri Khaldeev, Sergo Sutyagin, Dmitry Shuvaev

Year Built

1964

Architectural Style

Modernism

Address

PANORAMA / Дворец кино им. Алишера Навои (Панорама), 15, Alisher Navoiy Street, Labzak (C-13), Shaykhantahur District, Tashkent, 100000, Uzbekistan

Object Type

Theater

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Pavel Kos
Pavel Kos
2/21/2026🇷🇺 RU
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Das Panorama-Kino

Vor Ihnen steht eine Ikone. Müsste Taschkent mit einem einzigen Gebäude der 60er-Jahre beschrieben werden, wäre es dieses – das Panorama-Kino, heute der Alisher Navoi Filmpalast. Schauen Sie es sich an. Ein riesiger gläserner Parallelepiped des Foyers, der über dem Boden schwebt, und ein darin eingelassener mächtiger, fensterloser Zylinder. Anfang der 60er-Jahre, als ringsum noch die Lehmhäuser der Altstadt standen, wirkte dieses Gebäude wie ein von Lichtern strahlender Transatlantikliner. Die Geschichte dieses Meisterwerks begann mit... einem Aufstand. Im Jahr 1960 erhielt der erfahrene Architekt Saweli Rosenblum den Auftrag für das Projekt. Doch die jungen Mitarbeiter des Instituts „Usgosprojekt“ rebellierten. Ihnen schien, dass der Entwurf des Meisters eine langweilige „Typenware“ sei. Die Jugend erreichte das Undenkbare: die Durchführung eines offenen Wettbewerbs. Es gewann die kühne „Jugendbrigade“: Wladimir Beresin, Juri Chaldejew, Sergo Sutjagin und Dmitri Schuwaew. Zuerst schlugen sie eine verrückte Idee vor: ein spiralförmiges Gebäude, eine „Schnecke“, mit einer vibrierenden Wand. Dieses Projekt wurde als zu komplex abgelehnt. Dann entwickelten sie das, was Sie jetzt sehen: reinen Kontrast. Transparentes Glas gegen massiven Beton. Betrachten Sie den runden Baukörper des Zuschauerraums genauer. Sehen Sie die vertikalen Falten an den Wänden? Architekten nennen sie „Kanneluren“. Die Idee war wunderschön: Dieser Saal mit 2300 Plätzen, wie ein gigantischer Schnitt einer antiken dorischen Säule. Keine orientalischen Kuppeln, keine Bögen und Muster. Nur Beton, Glas und reine Geometrie. Es war ein Manifest des „Internationalen Stils“. Das Kino wurde im Oktober 1964 eröffnet. Die erste Veranstaltung hier war kein Film, sondern Politik. Leonid Breschnew und Scharaf Raschidow betraten die Bühne; es war eine feierliche Sitzung zum 40. Jahrestag der Republik. Doch bald wich die Politik der Kunst. Dieser Saal wurde zur Hauptarena des legendären Filmfestivals der Länder Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Täglich besuchten bis zu 10.000 Menschen das Kino! Es war der demokratischste und modischste Ort der Stadt. Und nun richten Sie Ihren Blick nach links. Sehen Sie den Anbau aus hellem Ziegelstein? Das ist der Kleine Saal, der 10 Jahre später, Mitte der 70er-Jahre, gebaut wurde. Der Autor ist derselbe, Sergo Sutjagin, doch wie sich der Stil verändert hat! Sutjagin schuf hier eine ganz andere Atmosphäre. Statt kaltem Glas, taktile Ziegel und Travertin. Wenn Sie das Foyer des Kleinen Saals betreten, sehen Sie ein riesiges farbiges Glasfenster des Künstlers Viktor Gan. Es erinnert an eine gotische „Rose“ einer Kathedrale oder ein östliches Mandala. Dieses Gebäude ist kein „Schiff“ mehr, sondern eher ein „Tempel der Kunst“. So trafen in einem Komplex zwei Epochen aufeinander: gläserner Modernismus und warmer Regionalismus. Leider hätten wir im 21. Jahrhundert dieses Erscheinungsbild beinahe verloren. Das einzigartige transparente Foyer wurde teilweise mit neuen Sälen überbaut, wodurch die Idee des „Schwebens“ verletzt wurde. Und im Jahr 2020 schwebte eine reale Bedrohung über dem Gebäude: Man wollte es mit modernen, gesichtslosen Materialien „verkleiden“, wodurch die historische Textur vollständig zerstört worden wäre. Nur dank lauter Proteste von Anwohnern und Experten (insbesondere der Gruppe Alerte Héritage) wurde die Rekonstruktion gestoppt. Das Gebäude wurde als Denkmal anerkannt. Heute ist das Panorama-Kino ein verwundetes, aber lebendiges Beispiel der Taschkenter Architektur der 60er-Jahre. Treten Sie an das Glas, schauen Sie hinein. Versuchen Sie, den Geist jener Zeit zu spüren, wie Taschkent damals von der Zukunft träumte.

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