
E. Rozanov, V. Shestopalov, Yu. Boldychev, M. Usmanov, K. Khaydarov, N. Tomskiy, V. Zamkov, V. Ionin
1970
Modernism
State Museum of History of Uzbekistan, 3, Sharaf Rashidov Street, Yunusabad district, Tashkent, 100029, Uzbekistan
Museum
Wir stehen vor einem monumentalen kubischen Gebäude. Heute ist es das Staatliche Museum für die Geschichte Usbekistans, ursprünglich wurde es jedoch als Taschkenter Filiale des Lenin-Museums erbaut. Bis 1970 errichtet, wurde dieses Bauwerk zu einem wichtigen Bindeglied zwischen dem Lenin-Platz und dem Navoi-Platz. Die Architekten Evgeny Rozanov, Vladimir Shestopalov und Yuri Boldychev schufen hier eine einzigartige Synthese aus sowjetischem Modernismus und nationaler Baukunst. Sie verzichteten bewusst auf direkte historische Zitate wie Bögen oder Stalaktiten. Das Gebäude ist einfach auf Säulen erhöht, ganz im Geiste der Ideen Le Corbusiers. Dies ermöglichte es den Besuchern, frei direkt unter den Hauptvolumen des Museums hindurchzugehen. Das ausdrucksstärkste Detail des Erscheinungsbildes verbirgt sich in der Fassade. Alle vier Seiten des statischen Kubus sind mit monumentalen Sonnenschutzgittern verkleidet. Dies ist die Taschkenter Pandjara. Das Muster der Gitter verweist assoziativ auf die kufische Schrift und die strenge Geometrie alter Samarkander Medresen. Die Gitter selbst bestehen aus Stahlbeton und sind mit weißem Marmor verkleidet. Sie schufen eine visuelle Verbindung zwischen der Straße und dem Innenraum und schützten gleichzeitig die Säle vor direkter Sonneneinstrahlung. Für zusätzliche Kühlung verwendeten die Architekten noch einen weiteren interessanten Trick. Auf dem Flachdach entwarfen sie eine Art „Bad“ mit einem fließenden Wasserbecken. Im Inneren war der Raum maximal offen und vielseitig konzipiert. In der Sowjetzeit wurden die Besucher in der Haupthalle von einer sechs Meter hohen Lenin-Statue des Bildhauers Nikolai Tomsky vor dem Hintergrund eines großformatigen Mosaikpaneels empfangen. Über den abgehängten Decken verbarg sich eine echte Seltenheit für die Sowjetunion jener Jahre. Dort funktionierte ein automatisches Klima- und Luftverteilungssystem. Nach der Unabhängigkeit änderte sich die Funktion des Gebäudes. Das ideologische sowjetische Mosaik wurde durch eine realistischere Landschaft ersetzt. Neue, undurchsichtige Ausstellungswände versperrten den Zugang von externem Tageslicht. Dadurch verlor der Innenraum seine ursprüngliche Transparenz und Leichtigkeit. Trotz dieser Umbauten legitimierte das Marmormuseum die Anwendung der ornamentalen Pandjara im gesamten Stadtgebiet. Das Gebäude prägte die Taschkenter Architektur der gesamten siebziger Jahre. Im Jahr 2024 wurde es offiziell in die Nationale Liste der Kulturdenkmäler aufgenommen. Derzeit entwickeln Spezialisten Projekte für seine wissenschaftliche Restaurierung, um den Fassaden und Innenräumen eines Tages ihre historische Offenheit zurückzugeben.
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E. Rozanov, V. Shestopalov, Yu. Boldychev, M. Usmanov, K. Khaydarov, N. Tomskiy, V. Zamkov, V. Ionin
1970
Modernism
State Museum of History of Uzbekistan, 3, Sharaf Rashidov Street, Yunusabad district, Tashkent, 100029, Uzbekistan
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