Caracallathermen (Terme di Caracalla)
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Rome, Italy

Caracallathermen (Terme di Caracalla)

Всемирное наследие ЮНЕСКО
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About the Object

Year Built

217

Architectural Style

Ancient Roman

Address

Viale delle Terme di Caracalla 52, Roma

Object Type

Public Building

Gallery (2)

Pavel Kos
Pavel Kos
8/12/2026🇷🇺 RU
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Thermen des Caracalla: Ein Tag im Leben eines Römers, Raum für Raum

Vergessen Sie das Wort „Badehaus“. Hier fanden mehr als sechzehntelhundert Menschen gleichzeitig Platz, und der Komplex erstreckte sich über ein Gelände von etwa dreihundertdreißig mal dreihundertdreißig Metern. Neben den eigentlichen Bädern gab es Übungssäle, Gärten, eine Bibliothek, Kunstgalerien, Vortragsräume sowie Stände mit Speisen und Getränken. Dies war ein städtisches Freizeitzentrum, in das man für den ganzen Tag kam, und das Baden machte dabei kaum die Hälfte aus. Caracalla gab den Bau im Jahr 212 in Auftrag, eröffnet wurden sie 217. Danach waren die Thermen rund dreihundert Jahre lang in Betrieb – bis während des Einfalls der Goten die Aquädukte durchtrennt wurden, die sie speisten. Das Gebäude wurde nicht zerstört. Man ließ es einfach ohne Wasser, und das reichte aus. Gehen wir nun in den Räumen in der Reihenfolge durch, in der sie ein Römer durchging. Man begann im Apodyterium, der Umkleidekabine. Von dort ging es weiter ins Laconicum, eine trockene Schwitzstube ähnlich einem Dampfbad, um ordentlich zu schwitzen. Dann das Caldarium: ein heißes Bad in einer bronzenen Wanne. Danach folgte das für uns ungewöhnlichste Ritual: der Körper wurde abgeschabt. Seife im heutigen Sinne gab es nicht; Schmutz und abgestorbene Haut wurden mit einem gebogenen Schaber, dem Strigilis, entfernt. Als Nächstes kam das Tepidarium, warmes Wasser, gefolgt vom Frigidarium, einem eiskalten Hallenbecken, in das man hineinspringen musste. Den Abschluss bildete ein Schwimmen im Freibad, der Natatio. Diese gesamte Abfolge erforderte Beheizung, und diese war unter den Füßen versteckt: Heiße Luft zirkulierte unten unter den Böden und verteilte die Wärme in den Sälen. Der Boden im Caldarium war im wahrsten Sinne des Wortes heiß. Ein Abstecher in die Palästrae, die Ringhallen, lohnt sich ebenfalls. An den Lehmwänden lehnten zerbrochene Mosaiken mit Athletendarstellungen, und vom Hauptraum aus öffnen sich Zimmer, in denen die Ringer vor dem Kampf mit Öl und Wachs eingerieben wurden, um die Haut geschmeidiger zu machen, und anschließend mit Staub bestreut wurden, damit der Gegner sie greifen konnte. Genau das sollte man sich vorstellen, wenn man in den leeren Ziegelsälen steht: keine Ruine, sondern einen Ort, an dem anderthalbtausend Menschen gleichzeitig schwitzten, schwammen, rangen, lasen und Handel trieben.

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#Древний Рим#Античность#Рим

📷 Wikimedia Commons · Ethan Doyle White · CC BY-SA 4.0 · https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Baths_of_Caracalla%2C_facing_Caldarium.jpg

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Pavel Kos
Pavel Kos
8/12/2026🇷🇺 RU
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Die Thermen, die sich auf drei Städte aufteilten – und immer noch in Betrieb sind

Die Thermen hörten 537 auf, Thermen zu sein, als die Goten die römischen Aquädukten zerstörten. Aber aufzuhören zu existieren, ist ihnen bis heute nicht gelungen. Beginnen wir mit dem Unoffensichtlichsten: der Konstruktion. Um Hallen von solcher Breite zu überwölben, entwickelten die Römer hier ein System von Gewölben auf massiven Pfeilern: einen zentralen Raum unter einem Kreuzgewölbe, tiefer gelegene Seitenhallen, die den Schub auffangen, und oben eine Fensterreihe. Genau dieses Schema sollte hundert Jahre später für die Maxentiusbasilika übernommen werden – eine Zivilhalle, erbaut nach dem Entwurf einer Badeanstalt. Und zwei Jahrhunderte [Anm.: zwölf Jahrhunderte] später kamen Bramante und Michelangelo, um die Maxentiusbasilika zu vermessen, während sie am Petersdom arbeiteten. Die Linie zieht sich von hier aus: Thermen – Basilika – Hauptkirche der christlichen Welt. Weiter ging es mit dem Inhalt. Bei Ausgrabungen fand man hier zwei berühmte Skulpturen – den Farnesischen Stier und den Farnesischen Herkules. In Rom sind sie nicht mehr: Beide zogen nach Neapel in die Farnesische Sammlung und stehen dort im Archäologischen Museum. Der Farnesische Stier ist die größte erhaltene Skulpturengruppe der Antike. Und genau jenes Bodenmosaik mit lebensgroßen Athleten, das einst hier lag, befindet sich heute im Vatikan im Gregorianischen Weltlichen Museum. Ein Gebäude, drei Städte. Und das Lebendigste von allem. 1960, als Rom die Olympiade ausrichtete, fanden in der antiken Palästra – dort, wo Ringer mit Staub bestreut wurden – Turnwettkämpfe statt. Siebenhundertdreiundvierzig [Anm.: eintausendsiebenhundertdreiundvierzig] Jahre später wurde die Athletenhalle wieder als Athletenhalle genutzt. Und jeden Sommer findet in den Thermen ein Opern- und Ballettfestival statt. Die Ruinen funktionieren als Freilufttheater, und die Karten dafür sind ausverkauft. Wenn Sie also gehen, betrachten Sie diese Mauern nicht als tot. Ein Gebäude, dem vor eineinhalb Jahrtausend das Wasser entzogen wurde, verteilt sich noch immer in Stücken: die Konstruktion an Kathedralen, die Skulptur nach Neapel, das Mosaik an den Vatikan, die Arena an Olympioniken und Opernsänger. In Rom ist das Normalität.

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#Древний Рим#Античность#Рим

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ZiegelBetonMarmor